Was ich so meine...

UNSICHTBAR? GIBT ES NICHT. 

Die meisten Menschen wünschen sich ein unsichtbares Hörgerät. Warum, ist natürlich klar. Doch meine seelige Tante hat einmal gesagt: "Junge, was soll ich denn mit einem unsichtbaren Hörgerät? Das finde ich ja nie wieder..." Wo sie Recht hatte, hatte sie Recht.

 

Auch wenn manche Poster am Hörgeräte-Geschäft etwas anderes behaupten: Es gibt keine unsichtbaren Hörgeräte, wozu auch. Mittlerweile sind die heutigen Hörlösungen so verkleinert worden, dass sie schon fast manchmal schwierig zu bedienen sind. Aber seien Sie unbesorgt: Viele Hörakustiker können Ihr Hörgerät absolut unauffällig und damit "fast unsichtbar" bei Ihnen anpassen.

 

Und das ist wieder eine der vielen sagenhaften Leistungen rund um das Thema Hörgeräte, die Hörakustiker wie selbstverständlich jeden Tag erbringen...

IM-OHR-HÖRGERÄT? DAS GEHT BEI IHNEN NICHT.

Obacht. Sollten Sie diesen Satz hören, so seien Sie auf der Hut. Bei manchem Fachpersonal ist dies lediglich eine Art Schutzbehauptung, um auf möglichst einfache Art und Weise zügig ein Hörgerät, am liebsten noch mit sog. "offenen Schirmchen", an Ihr Ohr zu bringen.

 

Wenn man weiß, dass Im-Ohr-Versorgungen in den USA bei über 50% der Kunden vorgenommen werden, in Deutschland aber nur um die 10% liegen, kann man schnell eins und eins zusammen zählen. Denn die weltweit agierenden Hersteller von Im-Ohr-Lösungen haben mittlerweile eine erstaunliche Miniaturisierung ihrer Produkte vorangetrieben, so dass man durchaus davon sprechen kann, dass eine Vielzahl der heutigen Hörverluste mit einer Im-Ohr-Lösung ausgeglichen werden können.

Man muss es nur wollen.

Und so wunderbar unauffällig sitzt eine handgemachte (!!!) Im-Ohr-Lösung im Ohr.

KETTE oder INHABER-BETRIEB?

Schwer zu sagen, denn gutes oder weniger gutes Fachpersonal gibt es in beiden Strukturen auf Fachhandelsseite. Allerdings schätze ich die inhaber-geführten Hörakustik-Betriebe in Sachen Kundenservice und Entscheidungs-Tempo als wertvoller für den Kunden ein. Bei Filialisten "dürfen" die Filialen manches Mal ausbaden, was ein von der Region entfernt agierendes "Management" als Entscheidung postuliert und sämtlichen Mitarbeitern dort dann zur täglichen Umsetzung anweist.

 

Spätestens, wenn ich ein solches Schild (Bild) bei meinem Hörakustik-Betrieb vorfinde, würde ich mir einen neuen Hörakustiker suchen. Service nur an einer Stunde? Wo gibt es denn so etwas? In dieser Branche erwarte ich von der ersten bis zur letzten Minute der Öffnungszeiten Rundum-Service. Nicht mehr, nicht weniger. Und bei den meisten Fachbetrieben, egal welcher Struktur, ist dies auch vorbildlich vorhanden.

TOLLE ZAHLEN? VON WEGEN.

Die Zahl schwankt, allerdings zumeist in eine Richtung: Nach oben. Mal ist von 12, mal von 14 und aktuell sogar von 15 Millionen Bundesbürgern die Rede, die eigentlich ein Hörgerät gut gebrauchen könnten, aber nicht im Traum daran denken. Auf der anderen Seite jubiliert eine ganze Branche, egal ob Hersteller oder Fachhandel, von jährlich steigenden Verkaufszahlen und so "großartigen" Werten wie 1,2 Millionen.

 

Wie bitte? 1,2 Millionen Hörgeräte? Bei rund 24 bis 30 Millionen Ohren, die ein Hörgerät gebrauchen könnten? Was ist das für ein "Erfolg"? Dass sich die Verkaufszahlen des deutschen Marktes Jahr für Jahr kontinuierlich nach oben entwickeln, ist ein netter Umstand. Dass aber nur etwa 5% des Potenzials erreicht werden, kann nicht als "erfolgreich" bezeichnet werden. Dieses Entwicklungs-Ergebnis liegt eher an demographischen Faktoren, denn an passgenauen Strategien, Menschen auf den Sinn einer Hörlösung aufmerksam zu machen und die Nachfrage verstärkter zu wecken.

 

Bleibt zu hoffen, dass sich doch eines Tages mehr entwickelt als die berühmten "Testhörer für Hörstudie gesucht".

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