Der schlechteste Hörakustiker... (Teil 1)

Der schlechteste Hörakustiker ist - das Internet. Das Internet? Wirklich? Ja, Sie haben richtig gelesen, das oft so hoch gelobte Internet. Es mag in vielen alltäglichen Dingen unseres Lebens eine wirkliche Hilfe und Informationsquelle sein. Als Hörakustiker-Ersatz oder als Ort, an dem man ein Hörgerät kauft, eignet es sich allerdings überhaupt nicht.

 

Informieren: ja - Beratung und Anpassung: niemals

 

Denken wir hier einmal kurz über die Gründe nach und fangen wir mit dem Hörtest an. Es gibt unzählige Möglichkeiten, online einen Hörtest zu machen. Doch jede dieser Möglichkeiten merkt auch an, dass ein Online-Hörtest den Qualitäts-Hörtest bei einem Hörakustiker nicht ersetzen kann. Das wird klar, wenn man weiß, welche akustischen Störeinflüsse z.B. zuhause am Computer wirken können. In den Räumen eines Hörakustik-Meisterbetriebes, die vor Aufnahme der beruflichen Tätigkeit sogar geprüft und abgenommen werden müssen, ist dies nicht der Fall und das Fachpersonal achtet auch darauf, dass keine akustischen Störeinflüsse den Hörtest beeinträchtigen.

 

Wichtig ist zudem auch die Fähigkeit des menschlichen Gegenübers (hier: der Hörakustiker) zu bemerken, ob eventuell durch eine optische Reaktion die Tonwahrnehmung zeigt, oder ob ein z.B. grenzwertiger Ton noch einmal geprüft wird. Abschließend kann der Computer die Erfahrung eines Hörakustikers aus den zahlreichen absolvierten Hörtests niemals bereitstellen. Und diese Erfahrung ist unschätzbar groß.

 

Ein weiterer Grund ist der größte Wunsch eines jeden Kunden, der sich erstmals mit der Thematik „Kauf eines Hörgerätes“ beschäftigt. „Unsichtbar“ soll das Hörgerät am Ende bestmöglich sein, denn bedauerlicherweise ist die Scham vieler Menschen vor der Sichtbarkeit eines Hörsystems enorm hoch. Gut, es gibt keine unsichtbaren Hörgeräte, auch wenn manche Werbung dieses gerne suggeriert.

 

Doch heutzutage gibt es eine unvorstellbar große Zahl an Formen, Farben und Größen von Hörtechnologie, dass ein Hörakustiker tatsächlich die unauffälligste Lösung für seinen Kunden finden kann. Aber wie soll dies im Internet funktionieren? Dort kann der Mensch nicht gesehen werden und so bleiben seine Haarfarbe, seine Hautfarbe, seine Gehörgangsgröße oder seine Ohrgröße unbekannt. Und dies sind nun einmal die wichtigsten Kriterien, um das unauffälligste Hörgerät für einen Kunden zu finden.

 

ENDE TEIL 1 (Teil 2 folgt zeitnah)

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