Audiogramm oder: Hören kann man sehr wohl sehen

Es klingt ein wenig unvorstellbar, aber Hören können die Experten für besseres Hören tatsächlich sichtbar machen. Mit einem Audiogramm erkennt man dann, wie es um das Hörvermögen eines Menschen bestellt ist. Das ist durchaus spannend und beeindruckend. Schließlich freut sich der Mensch, wenn er Dinge "schwarz auf weiß" vor Augen hat.

 

Ein Audiogramm entsteht durch einen qualifizierten Hörtest. Das gibt es nicht bei Online-Hörtests, sondern ausschließlich bei einem Hörakustik-Fachbetrieb oder beim HNO. Im Audiogramm gibt es zwei Achsen. Vertikal (Y-Achse) wird die Intensität eines Tones (vereinfacht auch als Lautstärke bezeichnet) abgebildet. Dieser Wert wird in Dezibel (dB) gemessen. Im Audiogramm steigt die abgebildete Lautstärke in Richtung unten hin an.

Auf der horizontalen Achse (X-Achse) wird die Höhe eines Tones abgebildet. Dies heißt Frequenz und wird in Hertz (Hz) gemessen. Wenn man sich nach rechts auf der Achse bewegt, steigen die Töne an, sie werden "höher". Wer schon einmal die Tasten eines Klaviers gedrückt hat, weiß, dass dort links die tiefen Töne sind und nach rechts die hohen Töne gespielt werden. Übrigens: Wenn Menschen miteinander sprechen geht man davon aus, dass dies in einem Frequenzbereich geschieht, der zwischen 500 Hz und

3000 Hz liegt.

Kommen wir zu den obigen Abbildungen. Erste Frage: Warum sind die zwei linken Audiogramme in rot, die zwei rechten in blau abgebildet ? Die Antwort ist einfach: Wir Menschen haben zwei Ohren, beide Hörleistungen werden selbstverständlich gemessen. Rot wird das rechte Ohr gekennzeichnet (das kann man sich leicht am "R" merken), in blau wird das linke Ohr abgebildet.

 

Die vier Audiogramme zeigen bestimmte Hörvermögen, die nach einem qualifizierten Hörtest ermittelt wurden. Ganz links ist das Ergebnis für einen normalhörendes rechtes Ohr. Ist das Ergebnis auch für das linke Ohr so, ist alles in Ordnung. Es ist keine Versorgung mit einem Hörgerät notwendig. Aber Achtung: Kommen Sie mindestens einmal im Jahr weiterhin für eine Überprüfung zu Ihrem Hörakustiker Ihres Vertrauens, denn unser Hörvermögen ist dynamisch, es verändert sich im Laufe der Zeit immer wieder.

 

Das zweite Audiogramm von links zeigt einen sogenannten Hochton-Steilabfall. Man erkennt, dass die tiefen Töne bei leiser Lautstärke gut gehört werden, dann aber - ab einer bestimmten Tonhöhe - die Lautstärke immer größer sein muss, damit der Mensch diese Töne erkennt. Hier ist ein modernes, kleines tolles Hörgerät eine gute Lösung, die heutzutage sogar absolut unauffällig ist.

 

Das Audiogramm drei von links zeigt einen Tiefton-Hörverlust. Vereinfacht gesagt müssen die tiefen Töne lauter gestellt werden, damit sie gehört werden können. Werden die Töne höher, werden sie auch bei leiser Laustärke gut erkannt. Auch diesen Hörverlust kann ein Hörakustiker gut mit einem modernen, tollen Hörgerät ausgleichen. Ganz rechts liegt dann ein Audiogramm vor, dass Sie jetzt sogar selber gut deuten können. Hier müssen fast alle Tonhöhen laut wiedergegeben werden, damit dieser Mensch sie wahrnimmt. Man spricht hier von einem hochgradigen Hörverlust. Ein Hörakustiker ist hier immer in der Lage, eine Verbesserung des Hörvermögens herbeizuführen. Natürlich gibt es physikalische Grenzen, bei denen eines der tollen Hörgeräte nicht mehr alles ausgleichen kann, aber in den meisten Fällen klappt das, auch durch die hervorragenden Kenntnisse eines Hörakustikers, doch.

 

Sind Sie etwas neugierig geworden, wie Ihre Hörleistung aussehen würde ? Na dann los zu einem Hörakustiker-Fachbetrieb. Dort freut man sich auf Sie und erstellt gerne Ihr persönliches Audiogramm. Übrigens: Das gibt es dort völlig kostenlos. Das ist doch mal einen Versuch wert, oder ? Auf gehts.

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